Tipps fÜR IHRE BURGUNDREISE

 

Hinterher ist man immer schlauer.  Daher einige Tipps aus meiner täglichen Erfahrung für Sie, wenn Sie eine Burgundreise für eine Gruppe organisieren wollen :

  • Die Fahrzeiten von Google Maps oder Ihrer Tourplan-App sind graue Theorie. Von Beaune-Zentrum nach Chalon sur Saône-Flussufer in 30 Minuten ist von der Strecke her kein Problem. Wenn da nur nicht diese vielen roten Ampeln und der Feierabendverkehr wären ! (+15 Minuten)
  • Gleiches Problem wenn Sie Ihr Hotel in Dijon Zentrum haben. Rechnen Sie 2x täglich +15-20 Min.
  • Sie können mit dem Bus nicht immer direkt die Sehenswürdigkeiten anfahren. In grossen Städten liegen unter Umständen auch Haltestellen ausserhalb des Zentrums, in Dijon ist z.B. der Busausstieg in der Nähe des Herzogspalast Theorie, da immer von PKW zugeparkt. Die Basilika von Vézelay liegt auf einem Berg (+30 Min), die Abtei von Cluny in einer Fussgängerzone (+15 Min). Denken Sie daran, dass für grössere Gruppen und ältere Personen auch das Aus- und Einsteigen erheblich Zeit in Anspruch nehmen kann.
  • Weil wir gerade bei diesem Thema sind : die Busparkplatzsituation in Beaune und Cluny haben sich geändert, bzw. werden sich 2020 ändern. Fragen Sie ggf. Ihren Guide.
  • Menschen müssen aufs Klo und auch das braucht Zeit. In manchen Städten Burgunds sind Toiletten Mangelware, so in Dijon oder Autun. Aber selbst wenn es vier Kabinen gibt, wie in Vézelay ... bitte rechnen Sie selbst :  Sie kommen mit 40 Personen in Vézelay an, jeder muss aufs Klo und braucht, weil er/sie sehr sportlich ist, nur 2 Minuten.... (+ 15-20 Min). Nur Gäste, denen es physisch gut geht, sind glückliche Gäste.
  • Es passiert immer irgend etwas: ob die Toilettenpause länger braucht oder jemand mal "kurz" in die Apotheke muss. Wenn der Guide dann ein bisschen Luft im Programm hat, kann er/sie reagieren. Wir Guides passen uns immer an Ihr Programm an, gar keine Frage.  Aber haben Sie keine Angst, dass es, vor allem in einer grösseren Stadt, einmal 15 Minuten Leerlauf geben könnte : die Gäste gehen gerne einmal einfach nur einen Kaffee trinken. Und ich habe immer noch einen aktuellen ultimativen Geheimtipp für Besichtigung oder Einkauf in petto. 
  • Je grösser die Gruppe, desto langsamer und desto schwieriger in grossen Städten, ein zu detailliertes Programm abzuarbeiten, vor allem, wenn der Guide alleine ohne Reisebegleiter arbeitet. Warum ? Es braucht nur eine Person, die physisch überfordert ist oder zu langsam und ich muss reagieren können ohne dass sich hinterher jemand beschwert, er habe den Hl. Strohsack nicht gesehen, der doch auf der Liste stand!!! Natürlich hatten Sie ins Reiseprogramm geschrieben, das die Reise nicht barrierefrei ist.  Aber gehbehindert sind immer die anderen. Mein Tipp: beschränken Sie sich mit Ihren konkreten Angaben auf die echten Highlights und fragen Sie ggf. bei Ihrem Guide nach.
  • Apropos Highlights : ich habe nichts gegen Saint Bénigne oder Saint Michel in Dijon. Aber wenn ich deswegen dann keine Zeit mehr habe für die berühmte Eule "la chouette", das Musée des Beaux Arts (Kunstmuseum von internationaler Bedeutung bei freiem Eintritt) oder den Markt (Markt Freitag und Samstag vormittags) kann ich das gut informierten Gästen nur sehr schwer vermitteln.
  • Sehen Sie keine Kirchenführungen am Sonntag vormittag vor. Das bringt Unglück. Auch keine Führungen zu den schönen Marien-Teppichen in Notre Dame von Beaune, die hängen nämlich direkt hinter dem Hauptaltar. Diese  berühmten Teppiche kann man ggf. auch ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten sehen. Aber eben nicht am Sonntag vormittag.
  • Bitte melden Sie Ihre Gruppen an, auch dort, wo es nichts kostet. Im Musée des Beaux Arts in Dijon ist es sogar Pflicht, sonst lässt man Ihre Gruppe gar nicht rein.  Museen und Kirchen sind Orte, die leben. Eine kleine Email kostet nichts und Sie vermeiden, dass Ihre Gruppe ausgerechnet während des Diözesan-Treffens oder einer Konzertprobe vor der Kirchentüre steht.
  • Semur en Auxois : mit Auxerre zusammen vermutlich die physisch anstrengendste Etappe, die sie aufs Programm setzen können : Parkplatz ausserhalb, Kopfsteinpflaster und steile Wege bergauf und bergab. Aber sehr malerisch, aber nur wenn man gut zu Fuss ist und gerne wandert. Der gute Tipp von Karotours : warum nicht nach Saulieu fahren ? Kürzere Wege, ein Juwel romanischer Architektur und ein denkmalgeschütztes Café Parisien! Vézelay ist auch anstrengend, aber dort gibt es für gehbehinderte Personen meistens eine Navette.
  • Apropos gut zu Fuss : der Guide geht gerne den Weg, der zu seinen Gästen passt. So schön kleine Strassen in alten Städten sind, die Rue de Paris in Auxerre oder die Rues Vannerie und Chaudronnerie in Dijon : sie sind eng, verkehrsintensiv und ihre schmalen Gehsteige zudem meist mit Autos zugeparkt. Eine Gruppe von 40-50 Leuten verteilt sich da auf gut 60 Meter und muss teilweise auf der Fahrbahn laufen. Der Guide macht unter solchen Bedingungen keine Führung, sondern ist zu 120% damit beschäftigt, aufzupassen, dass niemand überfahren wird und sich keiner verläuft. Mal kurz stehen zu bleiben, um sich die schönen Fassaden näher anzuschauen, ist in der Gruppe unverantwortlich, da viel zu gefährlich.
  • Wenn Sie Ihre Gäste zum Mittagessen in die freie Wildbahn schicken, passen Sie auf, wo diese am Sonntag oder Montag liegt. Strukturschwache Orte wie Autun oder Semur en Auxois haben sowieso nicht viel Gastronomie, die dann ggf. auch noch Ruhetag hat.
  • Der gute Tipp von Karotours : die Abtei von Cluny, das Musée des Beaux Arts und Beaune sind montags geöffnet. Und vergessen Sie nicht auf dem Weg nach Cluny die Chapelle des Moines in Berzé!
  • Und noch ein Tipp : Orte des Weins in Burgund sind sehr unterschiedlich. Fragen Sie ggf. bei Ihrem Guide nach, welches Publikum die jeweiligen Institutionen ansprechen wollen.
  • Bevor Sie Ihr Hotel in Dijon buchen, sollten Sie folgendes überlegen : Sie verlieren jeden Morgen und Abend Zeit mit der Fahrt durch die Vororte. Ihr Bus kann nicht unbedingt in der Nähe des Hotels parken und der Halteplatz Darcy ist nicht zum Parken über Nacht da. Wenn er Pech hat, muss Ihr Busfahrer den Bus ausserhalb parken und dann schauen, wie er wieder zum Hotel und zu seinen Gästen kommt. Und sind Sie sicher, dass es in Fussnähe des Hotels ausreichend geeignete Gastronomie gibt?
  • Als Ausgangspunkt Ihrer Reise ist Beaune ideal. Sie sind schnell auf der Autobahn, die in alle Richtungen führt. Etwas südlicher als Dijon, liegt Beaune genau im Zentrum Burgunds. Und die Tourist Info dort ist wohl die beste der ganzen Region -  und hat sogar eine deutsche Mitarbeiterin.
  • Die Abtei von Cluny akzeptiert keine Voucher, stellt inzwischen aber e-billets aus ! Die Gastronomie an diesem Ort ist erstaunlich gut aufgestellt, freundlich und vergleichsweise preisgünstig.
  • Denken Sie an ein Tourguide-System. Das ist kein überflüssiger Luxus für den Guide, schon ab 20 Personen hilft das allen Beteiligten : die Fotografen können sich mal etwas entfernen, ohne u.U. wichtige technische Infos zu verpassen. In einigen Museen (Hôtel-Dieu, Ancy-le-Franc und andere), sind einige Räume sehr klein, so dass die Gruppe auf zwei Räume verteilt stehen muss und nur ein Teil die Naturstimme des Guides hört. 
  • In den besonders begehrten Sehenswürdigkeiten wie Hôtel-Dieu, Vézelay, MBA Dijon werden wir Guides inzwischen immer häufiger aufgefordert, unsere Lautstärke anzupassen - unter Androhung von Hausverbot!
  • Beachten Sie bei der Planung ohne Tourguide-System, dass die Besichtigungen länger dauern, da der Guide 1) immer warten muss, bis alle in Hörweite sind und 2) öfters mal Ansagen doppelt machen muss. Es sind oft gerade die Gäste, die nicht besonders schnell laufen können, die auch nicht gut hören und für so ein System besonders dankbar sind. - - - Wie schon gesagt, nur Gäste, denen es gut geht, sind glückliche Gäste.

IN ARBEIT - WEITERE TIPPS IN DEN NÄCHSTEN TAGEN !